Der Atbasch-Chiffre entstand unter den Kopisten der Bücher des Alten Testamentes. In moderner Terminologie handelt es sich dabei um einen sehr einfachen monographischen/monoalphabetischen Substitutionschiffre, d.h. jedes Zeichen wird durch exakt ein anderes Zeichen ersetzt. Beim Atbasch-Chiffre wird hierzu einfach das Alphabet umgedreht, das erste Zeichen wird durch das Letzte, das Zweite durch das Vorletzte usw. ersetzt. Der Name Atbasch leitet sich von den ersten beiden (Aleph & Beth) und letzten beiden (Taw & Shin) Zeichen des 22-buchstabigen hebräischen Alphabets ab. Trotz seiner hebräischen Herkunft, läßt sich der Atbasch-Chiffre umstandslos auf alle anderen Alphabete übertragen.
Auch wenn der Atbasch-Chiffre im Alten Testament, der Bibel, vorkommt handelt es sich nicht um den Bibelcode. Beide Dinge haben nichts miteinander gemein.
| Klartext | : | K | |
| Verschlüsselter Text | : | V | |
| Kodierung | |||
| 1 | V | = | Atbasch(K) |
| Dekodierung | |||
| 2 | K | = | Atbasch(V) |
| 3 (1 in 2) | K | = | Atbasch(Atbasch(K)) |
Die zweimalige Anwendung derselben Funktion liefert wieder den Ausgangstext. Diese Eigenschaft weist ebenfalls die von UNIX-Systemen kommende und im Usenet verbreitete Verschlüssung Rot-13 auf.
Die Dekodierung erfolgt durch erneute Anwendung derselben Methode.
Kodierung und Dekodierung lassen sich auch ohne Rechenarbeit an Hand einer einfachen Tabelle durchführen. Das zu bearbeitende Zeichen in der Tabelle suchen und das Ergebnis in der anderen Zeile ablesen:
| A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M |
| Z | Y | X | W | V | U | T | S | R | Q | P | O | N |
| Text | M | a | r | i | a | J | u | a | n | a | k | o | m | m | t | n | a | c | h | t | s | ! | |||
| Position | 12 | 0 | 17 | 8 | 0 | 9 | 20 | 0 | 13 | 0 | 10 | 14 | 12 | 12 | 19 | 13 | 0 | 2 | 7 | 19 | 18 | ! | |||
| Differenz zu 26-1 | 13 | 25 | 8 | 17 | 25 | 16 | 5 | 25 | 12 | 25 | 15 | 11 | 13 | 13 | 6 | 12 | 25 | 23 | 18 | 6 | 7 | ! | |||
| Nzirz Qfzmz plnng mzxsgh! | |||||||||||||||||||||||||
Obwohl schon mehrere Jahrtausende bekannt, wurde die Atbasch-Kodierung in neuerer Zeit durch den Kriminalroman Sakrileg
(engl. Originaltitel The Da Vinci Code
) [1, 2] (Kap. 72 & 77), der im religiösen Milieu spielt und mit dem sich der Autor bei religiös-konservativen und religiös-faschistoiden Kreisen äußerst unbeliebt gemacht hat [3, 4, 5], ins Blickfeld einer weiteren Öffentlichkeit gerückt. Wer sich für die wahren Hintergründe dieses Romans interessiert sollte auch das Kommentartaschenbuch von Dan Burstein lesen. [6]
Sakrileg: die
Grundfesten der Kirche zu erschüttern, Jose Garcia, 18.02.2004.
SakrilegNachkommenschaft, 22.03.2004.
Sakrilegauf
Lest und kauft dieses Buch nicht, 17.03.2005.
Diese Seite wurde vom Besucher am 03.09.2010 um 11:14:10 Uhr von einem Rechner mit der TCP/IP-Adresse 38.107.191.109 mit der Browserkennung CCBot/1.0 (+http://www.commoncrawl.org/bot.html) aus der Domäne (none) kommend aufgerufen. Als zuletzt besuchte Webseite wurde (none) übermittelt.
| Stand vom 23.02.2007 | © seit 2001, Prüfziffernberechnung.DE |